Raps prägt im Frühjahr mit gelben Blüten viele Landschaften. Hier erfährst du mehr über seine Geschichte, Anbaugebiete und Erkennungsmerkmale sowie die Unterschiede zwischen Winterraps, Sommerraps, Doppelnull- und HOLL-Sorten.

Raps heißt botanisch Brassica napus und gehört zu den Kreuzblütlern. Die Pflanzenart entstand vermutlich durch eine natürliche Kreuzung von Kohl und Rübsen. In Europa wurde das aus der Saat gewonnene Öl unter anderem als Lampenöl verwendet und später auch für Schmiermittel und Seifen genutzt.
Seine Bedeutung als Speiseöl wurde durch die Züchtung grundlegend verändert. Ältere Rapstypen enthielten deutlich mehr Erucasäure. Moderne Speiseölsorten wurden auf einen niedrigen Erucasäuregehalt und einen geringeren Gehalt an Glucosinolaten in der Saat gezüchtet.
Die beiden Nullen stehen für diese zwei Züchtungsziele: erucasäurearm und glucosinolatarm. Sie bedeuten keine vollständige Abwesenheit sämtlicher entsprechender Stoffe. Der Begriff beschreibt außerdem weder den Bio-Anbau noch eine bestimmte Methode der Ölgewinnung.
„Canola“ ist eine aus Kanada stammende Bezeichnung für Raps mit entsprechenden Qualitätsmerkmalen für Öl und Pressrückstände. Der Name wurde Ende der 1970er-Jahre eingeführt. Im internationalen Handel begegnet dir daher neben „rapeseed oil“ auch „canola oil“.
Raps und verwandte Ölsaaten mit Canola-Qualität werden in vielen gemäßigten Anbauregionen kultiviert. Die internationale Marktstatistik fasst dabei teilweise verschiedene ölreiche Brassica-Arten zusammen. Wichtige Produktionsregionen sind Kanada, die Europäische Union, China, Indien und Australien.
| Region | Einordnung |
|---|---|
| Deutschland und weitere EU-Länder | Bedeutender Winterrapsanbau; große Erzeugerländer sind etwa Deutschland, Frankreich, Polen und Rumänien. |
| Kanada | Wichtiges Anbau- und Exportland für Canola, besonders in den Prärieprovinzen. |
| China und Indien | Bedeutende Produktionsregionen für Raps und verwandte ölreiche Brassica-Kulturen. |
| Australien | Wichtiger Canola-Produzent und Lieferant für den internationalen Markt. |
Raps bildet zunächst eine bodennahe Blattrosette und später einen aufrechten, verzweigten Stängel. Die Blätter verändern ihre Form im Verlauf der Entwicklung. Besonders typisch sind die gelben Blütentrauben und die langen, schmalen Schoten.
| Pflanzenteil | Typische Merkmale |
|---|---|
| Untere Blätter | Häufig gelappt, mit größerem Endabschnitt. Junge Pflanzen bilden eine Blattrosette. |
| Obere Blätter | Blaugrün und wachsartig, wenig behaart; der Blattgrund umfasst den Stängel teilweise. |
| Blüten | Vier gelbe Kronblätter sind kreuzförmig angeordnet. Knospen stehen in der Traube über den geöffneten Blüten. |
| Früchte | Lange, schmale Schoten mit mehreren annähernd kugeligen Samen. |
| Saat | Kleine, rundliche Körner, bei der Reife meist dunkelbraun bis schwarz. |
Nein. Auch Senf, Rübsen und weitere Kreuzblütler können gelb blühen. Für die Einordnung sind Blätter, Stängel, Blütenstand und Schoten gemeinsam aussagekräftiger als die Blütenfarbe. Auch Leindotter ist ein Kreuzblütler, besitzt jedoch deutlich kleinere, bauchige Schötchen.
Bei Rapssorten lassen sich unterschiedliche Eigenschaften beschreiben. Der Anbauzeitpunkt und die Zusammensetzung des Öls sind dabei verschiedene Merkmale.
| Bezeichnung | Was sie beschreibt |
|---|---|
| Winterraps | Wird vor dem Winter ausgesät, überwintert als junge Pflanze und wächst im folgenden Frühjahr weiter. |
| Sommerraps | Wird im Frühjahr ausgesät und durchläuft seine Entwicklung ohne Überwinterung auf dem Feld. |
| 00-Raps / Doppelnull-Raps | Qualitätsmerkmal mit niedrigem Erucasäure- und Glucosinolatgehalt. |
| High-Oleic-Raps | Sorten mit erhöhtem Ölsäureanteil im Öl. |
| HOLL-Raps | High Oleic, Low Linolenic: hoher Ölsäureanteil und verringerter Anteil an Alpha-Linolensäure. |
Das veränderte Fettsäureprofil verbessert die Stabilität gegenüber Oxidation und hohen Temperaturen. Solche Sorten werden unter anderem für Öle mit besonderen Anforderungen beim Erhitzen angebaut. Die Abkürzung beschreibt die Zusammensetzung des Öls und nicht die Farbe der Saat.
HOLL ist keine andere Bezeichnung für kaltgepresst oder raffiniert. Diese Begriffe betreffen die Verarbeitung. Ob ein konkretes Öl als Brat- oder Frittieröl vorgesehen ist, ergibt sich aus seinen Produktangaben.
Ölsäurebetonte Sorten gibt es auch bei Sonnenblumen. Den Vergleich erklärt unser Sonnenblumen-Glossar unter High Oleic.
Unser Bio-Rapsöl wird als kaltgepresstes, natives und ungefiltertes Speiseöl angeboten. Es ist nicht als HOLL-Spezialöl ausgewiesen. Ein von Natur aus hoher Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren macht ein Rapsöl nicht automatisch zu einer HOLL-Variante.
Wir pressen unser Bio-Rapsöl aus ungeschälter Bio-Rapssaat. Die mechanische Pressung gewinnt Öl durch Druck. Anschließend füllen wir es ungefiltert ab, sodass natürliche Schwebstoffe enthalten sein können.
Die Begriffe kaltgepresst, nativ und ungefiltert erklären unterschiedliche Eigenschaften des fertigen Öls.
Der feste Rückstand der Pressung enthält weiterhin einen Restölanteil. Unseren als Lebensmittel angebotenen Bio-Rapspresskuchen kannst du beispielsweise für herzhafte Backwaren verwenden. Fein vermahlen entsteht daraus teilentöltes Rapsmehl.
Pressmehl ist deshalb nicht dasselbe wie vermahlene ganze Rapssaat. Für die Verwendung zählen die Eigenschaften des konkreten Lebensmittels und seine Produkthinweise.
Unser Rapsöl besitzt einen fein-nussigen Geschmack und passt zu Salaten, Dressings, Dips und Marinaden. Es lässt sich nach unseren Produkthinweisen auch zum Dünsten, Backen und moderaten Braten verwenden. Für sehr hohe Temperaturen und zum Frittieren empfehlen wir ein ausdrücklich dafür vorgesehenes Öl.
Schütze das Öl vor Licht und Wärme und verschließe das Gebinde nach dem Ausgießen wieder. Lagerung und aktuelle Haltbarkeit findest du auf der Produktseite und Verpackung. Mehr zur Auswahl erklärt unser Glossar unter Hitzestabilität von Ölen.
Die Bezeichnung steht vor allem für bestimmte Qualitätsmerkmale von Raps beziehungsweise verwandten Ölsaaten. Sie ist kein Synonym für eine einzelne botanische Art.
Nein. Die Doppelnull-Qualität und das HOLL-Fettsäureprofil beschreiben unterschiedliche Eigenschaften.
Die Saatfarbe reicht dafür nicht aus. Entscheidend sind die ausgewiesene Sorte und Angaben zur Zusammensetzung beziehungsweise zum fertigen Öl.
Stand: Oktober 2026. Botanische Angaben und Anbaugebiete beruhen auf den genannten Fachquellen; Angaben zu Pottmühle-Produkten auf den aktuellen Produktbeschreibungen. KI-generierte Illustrationen zeigen typische Merkmale schematisch.
Regional. Bio. Persönlich.
Hier erfährst du, was uns besonders macht – und warum unsere Produkte mehr sind als nur Bio.