Leindotter ist eine alte Ölpflanze mit kleinen gelben Blüten und ölreichen Samen. Hier erfährst du, woher er stammt, wie du ihn erkennst und was ihn von Lein unterscheidet.

Leindotter heißt botanisch Camelina sativa und gehört zur Familie der Kreuzblütler. Seine Geschichte als Kulturpflanze reicht weit zurück: Archäologische Hinweise sprechen für einen Anbau bereits in der Jungsteinzeit in Südosteuropa. In der Eisenzeit war er in weiten Teilen Europas als Ölpflanze verbreitet.
Sein ursprüngliches Herkunftsgebiet wird in Europa und Asien eingeordnet; der genaue Ausgangspunkt ist nicht abschließend geklärt. „Eine alte europäische Ölpflanze“ ist deshalb eine treffende Beschreibung. Eine feste Rangfolge der „ältesten Kulturpflanzen“ lässt sich daraus nicht ableiten.
Die Samen dienten zur Ernährung, das Öl außerdem als Brennstoff für Lampen und für technische Zwecke. Im Lauf der Geschichte ging seine Bedeutung zurück. Heute interessieren sich Landwirtschaft und Forschung erneut für Leindotter – sowohl als Rohstoff für Speiseöl als auch für technische Anwendungen.
Die Bezeichnung „alte Kulturpflanze“ beschreibt dabei die lange Nutzung der Pflanzenart. Sie bedeutet nicht, dass jede heute angebaute Sorte unverändert aus vorgeschichtlicher Zeit stammt.
Leindotter wächst in gemäßigten Klimazonen. Anbau findet in Europa und Nordamerika statt. Die folgende Übersicht zeigt Beispiele für Anbaugebiete und ihre Nutzungsrichtungen, keine Rangfolge nach Produktionsmenge:
| Region | Einordnung |
|---|---|
| Deutschland | Regionaler Anbau für Ölmühlen und Anbau in Mischkulturen, auch im ökologischen Landbau. Unsere aktuelle Saat stammt aus Nordrhein-Westfalen. |
| Weitere europäische Länder | Leindotter wird unter anderem in Italien und Slowenien kultiviert. Europäische Forschungsprojekte untersuchen zusätzliche Anbausysteme und Nutzungen. |
| Kanada | Anbau und Züchtung unter anderem im Präriegebiet; Verwendung des Öls für Lebensmittel und weitere Anwendungen. |
| USA | Kommerzieller Anbau beispielsweise in Montana. Dort ist insbesondere die Verwendung als Rohstoff für Biokraftstoffe von Bedeutung. |
Leindotter gilt als vergleichsweise genügsam und besitzt eine gewisse Trockentoleranz. Gut durchlüftete Böden sind günstig; Staunässe und stark verkrustende Böden können Probleme bereiten. „Genügsam“ bedeutet also nicht, dass er auf jedem Standort gleich gut wächst.
Beim Mischfrucht- oder Gemengeanbau wachsen mehrere Kulturen gleichzeitig auf demselben Feld. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat Leindotter etwa zusammen mit Sommergerste, Hafer und Sommerweizen untersucht. Die zusätzliche Pflanzenart kann das Anbausystem vielfältiger machen; ihre Blüten bieten zudem Nahrung für Bienen. Nach der Ernte müssen die unterschiedlichen Saaten für die weitere Verarbeitung getrennt werden.
Die einjährige Pflanze bildet einen schlanken, im oberen Bereich verzweigten Stängel. Ihre Höhe hängt von Sorte und Standort ab; häufig liegt sie etwa zwischen 30 und 120 Zentimetern. Betrachte mehrere Merkmale gemeinsam:
| Pflanzenteil | Typische Merkmale |
|---|---|
| Blätter | Schmal und lanzettförmig, meist ganzrandig. Sie stehen wechselständig am Stängel; obere Blätter umfassen ihn teilweise. |
| Blüten | Kleine, blass- bis kräftig gelbe Blüten mit vier kreuzförmig angeordneten Kronblättern in lockeren Blütenständen. |
| Früchte | Kleine, bauchige bis birnenförmige Schötchen. Sie unterscheiden sich deutlich von den langen, schmalen Schoten des Rapses. |
| Samen | Sehr klein, länglich bis oval und gelblich, orangebraun oder rotbraun. Im Inneren der reifen Schötchen liegen mehrere Samen. |
Blattform und Fruchtform sind besonders hilfreich zur Einordnung. Die Illustration zeigt typische Merkmale schematisch; sie ersetzt keine sichere botanische Bestimmung unbekannter Pflanzen.
Leindotteröl ist kein anderes Wort für Leinöl. Die Öle stammen aus unterschiedlichen Pflanzenarten und schmecken verschieden.
| Merkmal | Leindotter | Lein / Flachs |
|---|---|---|
| Botanischer Name | Camelina sativa | Linum usitatissimum |
| Pflanzenfamilie | Kreuzblütler | Leingewächse |
| Blüte | Gelb, vier Kronblätter | Meist blau, fünf Kronblätter |
| Samen und Früchte | Sehr kleine Samen in bauchigen Schötchen | Größere, flache Leinsamen in rundlichen Kapseln |
| Unsere Öle im Geschmack | Grün und fein-würzig; erinnert an junge Erbsen und zarten Spargel | Mild und nussig |
Mehr zu brauner und goldener Leinsaat sowie zur Pflanzenbestimmung erfährst du im Leinsamen-Glossar.
Zum direkten Vergleich findest du bei uns Bio-Leindotteröl und Bio-Leinöl.
Bei Leindotter gibt es verschiedene Sorten und Anbauformen. Sommerleindotter wird im Frühjahr ausgesät. Winterformen sind für einen Anbau mit Überwinterung vorgesehen. Welche Form passt, hängt unter anderem vom Standort, vom Anbausystem und vom vorgesehenen Erntezeitpunkt ab.
Züchtung beschäftigt sich beispielsweise mit Ertrag, Samengröße, Anpassung an das Klima und Ölzusammensetzung. Ein Sortenname allein beschreibt deshalb noch nicht die Qualität eines fertigen Speiseöls. Auch Saatqualität, Lagerung und Pressung prägen das Ergebnis.
Das Öl steckt in den Samen. In unserer Ölmühle gewinnen wir es durch mechanische Pressung. Der Druck trennt austretendes Öl von festen Bestandteilen. Was kaltgepresst bedeutet, erklären wir in einem eigenen Glossarbeitrag.
Nach der Pressung bleibt der teilentölte Presskuchen zurück. Er enthält weiterhin einen natürlichen Restölanteil. Der Ölgehalt einer Saat ist daher nicht mit der tatsächlich gewonnenen Ölmenge gleichzusetzen.
Unseren als Lebensmittel angebotenen Bio-Leindotterpresskuchen verwenden wir beispielsweise für Backwaren oder zerkleinert als herzhafte Ergänzung. Die konkreten Verwendungshinweise stehen auf der Produktseite. Allgemeines zur Entstehung findest du unter Presskuchen.
Unser kaltgepresstes Bio-Leindotteröl besitzt ein grünes, fein-würziges Aroma mit Anklängen an junge Erbsen und zarten Spargel. Es passt zu Salaten, Kräuterquark, Dips und zum Verfeinern bereits gegarter Kartoffeln oder Gemüse.
Probiere beispielsweise unseren Frühlingssalat mit Leindotteröl oder die Pasta mit Erbsen-Leindotter-Pesto. Unser Öl empfehlen wir für die kalte Küche und zum abschließenden Verfeinern; zum starken Erhitzen oder Frittieren empfehlen wir es nicht.
Für die Lagerung gelten die Hinweise auf dem jeweiligen Produkt: vor Licht und Wärme schützen und gut verschließen. Die aktuelle Haltbarkeit und weitere Lagerungstipps findest du auf der Leindotteröl-Produktseite.
Er gehört zu den seit vorgeschichtlicher Zeit genutzten Ölpflanzen Europas. Diese Einordnung ist genauer als eine unbelegte Rangfolge. „Alte Kulturpflanze“ bezieht sich auf die Art und ihre Nutzungsgeschichte, nicht auf eine einzelne heutige Sorte.
Camelina ist der botanische Gattungsname. Der angebaute Saat-Leindotter heißt Camelina sativa. „Camelina oil“ bezeichnet auf Englisch Leindotteröl.
Ja. Die Saat für unsere aktuelle Bio-Leindotteröl- und Presskuchencharge stammt aus Nordrhein-Westfalen. Für aktuelle Herkunftsangaben schaue auf die jeweilige Produktseite.
Beide liefern ölreiche Samen, gehören aber zu unterschiedlichen Pflanzenfamilien. Leindotter ist ein Kreuzblütler, Lein gehört zu den Leingewächsen.
Für Geschichte, Pflanzenmerkmale und Anbau wurden diese Fachquellen verwendet. Angaben zu unseren Produkten beziehen sich auf die Pottmühle und die aktuell beschriebenen Chargen.
Stand: Oktober 2026. Die KI-generierte Illustration stellt typische Merkmale schematisch dar.
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