Sesam liefert kleine, ölreiche Samen in vielen Farben. Hier erfährst du, wo die Pflanze angebaut wird, wie du sie erkennst und was helle, schwarze, geschälte, ungeschälte und geröstete Sesamsaat unterscheidet.

Sesam heißt botanisch Sesamum indicum und gehört zu den Sesamgewächsen. Die Art wird seit Jahrtausenden als Öl- und Nahrungspflanze genutzt. Archäologische Funde vom indischen Subkontinent belegen ihre Nutzung bereits im dritten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung.
Von frühen Anbaugebieten aus verbreitete sich Sesam in zahlreiche warme Regionen. Samen und Öl haben bis heute ihren festen Platz in asiatischen, afrikanischen und nahöstlichen Küchen – etwa in Backwaren, Saucen und süßen Zubereitungen.
Die Samen wachsen in länglichen Kapseln. Bei vielen traditionellen Formen öffnen sich diese zur Reife und können Saat verlieren. Die Züchtung beschäftigt sich deshalb auch mit Sorten, deren Kapseln die Samen länger halten und die maschinelle Ernte erleichtern.
Sesam wird vor allem in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Asiens kultiviert. Er benötigt eine ausreichend lange warme Vegetationszeit. Zu den bedeutenden Anbauländern zählen Sudan, Myanmar, Tansania, Indien, Nigeria und China. Die folgende Übersicht nennt Regionen, keine feste Rangliste der jährlichen Erntemengen.
| Region | Einordnung |
|---|---|
| Sudan, Tansania und Nigeria | Wichtige afrikanische Anbauländer für Sesamsaat. |
| Indien und Myanmar | Bedeutende asiatische Anbau- und Herkunftsländer mit unterschiedlichen Saattypen. |
| China | Anbau und vielfältige Verwendung von Sesam in der Küche und Verarbeitung. |
| Weitere warme Regionen | Auch außerhalb Afrikas und Asiens wird Sesam angebaut, beispielsweise in Teilen Amerikas. |
Die aufrecht wachsende, meist einjährige Pflanze trägt je nach Sorte unterschiedliche Blattformen. Häufig sind die unteren Blätter breiter als die oberen. Blüten und reifende Kapseln können gleichzeitig an derselben Pflanze vorkommen.
| Pflanzenteil | Typische Merkmale |
|---|---|
| Blätter | Variabel: unten oft breiter, teilweise gelappt oder gezähnt; weiter oben meist schmaler und lanzettförmig. |
| Blüten | Weißlich bis rosa oder blassviolett, röhren- bis glockenförmig; sie stehen in den Blattachseln. |
| Früchte | Längliche, deutlich gefurchte Kapseln mit zahlreichen kleinen Samen. |
| Samen | Klein, abgeflacht und oval bis leicht zugespitzt. Die Farbe reicht je nach Sorte von hell bis schwarz. |
Die Illustration zeigt typische Merkmale. Sie ist kein Bestimmungsschlüssel für unbekannte Pflanzen oder eine bestimmte Sorte.
Samenschalenfarbe und Verarbeitung sind zwei unterschiedliche Merkmale. Eine helle Sesamsaat kann ihre Schale noch besitzen. Schwarzer Sesam erhält seine Farbe durch die Samenschale und ist keine geröstete Variante von weißem Sesam.
| Bezeichnung | Was sie beschreibt | Bedeutung in der Küche |
|---|---|---|
| Heller Sesam | Sorten mit heller Samenschale, etwa cremefarben oder beige. | Passt optisch gut zu hellen Backwaren und vielen herzhaften Gerichten. |
| Schwarzer Sesam | Saat mit dunkler bis schwarzer Samenschale. | Setzt einen dunklen Kontrast und wird auch für Saucen und Desserts verwendet. |
| Ungeschälter Sesam | Die äußere Samenschale bleibt erhalten. | Kann kräftiger und etwas herber wirken; Farbe und Geschmack hängen auch von der Sorte ab. |
| Geschälter Sesam | Die äußere Samenschale wurde entfernt. | Oft heller und milder; wird beispielsweise zu feinem Sesammus verarbeitet. |
| Gerösteter Sesam | Die Saat wurde vor der Verwendung erhitzt. | Besitzt ein anderes, von Röstaromen geprägtes Geschmacksbild als ungeröstete Saat. |
Unsere weiße Bio-Sesamsaat wird ungeschält angeboten. „Weiß“ im Produktnamen bedeutet hier also nicht „geschält“. Für unser Bio-Sesamöl verwenden wir ungeröstete Saat.
Nein. Sesam ist Sesamum indicum, Echter Schwarzkümmel heißt Nigella sativa. Sesamsamen sind eher flach und oval; Schwarzkümmelsamen sind kantig und rau. Den Vergleich findest du im Schwarzkümmel-Glossar.
Unser Bio-Sesamöl wird aus ungerösteter Bio-Sesamsaat mechanisch kaltgepresst und ungefiltert abgefüllt. Es schmeckt mild und dezent nussig. Damit unterscheidet es sich geschmacklich von den kräftigen, dunkleren Ölen aus gerösteter Sesamsaat.
Die Begriffe kaltgepresst und „ungeröstet“ beschreiben unterschiedliche Schritte: die Ölgewinnung und die Vorbehandlung der Saat. Unser Produkt verbindet beides.
Tahin bezeichnet Sesammus und wird häufig durch feines Vermahlen von Sesamsamen hergestellt. Unser Bio-Sesammus (Tahin) nativ entsteht dagegen im Zusammenhang mit der Ölpressung und der natürlichen Sedimentation feiner Saatbestandteile.
Wir verwenden dafür ungeschälten Bio-Sesam. Das Mus besitzt dadurch eine dunklere Farbe sowie einen kräftig-nussigen, leicht herben Geschmack. Es besteht ausschließlich aus Sesam. Natürlich abgesetztes Öl lässt sich durch Umrühren wieder einarbeiten.
Nach der mechanischen Pressung bleibt ein fester, teilentölter Rückstand zurück. Unseren Bio-Sesampresskuchen bieten wir ebenfalls als Lebensmittel an – zum Beispiel zerkleinert für Bowls oder vermahlen als Zutat für Backwaren. Er ist nicht dasselbe wie gemahlene ganze Sesamsaat, weil bereits ein Teil des Öls gewonnen wurde.
Ganze Sesamsamen passen auf Brot und Brötchen sowie zu Gemüse, Reis- und Nudelgerichten. Helle und schwarze Saat lassen sich gezielt nach dem gewünschten Aussehen auswählen. Geschälte, ungeschälte und geröstete Varianten bringen unterschiedliche Aromen und Konsistenzen mit.
Unser mildes Sesamöl passt beispielsweise in Dressings, Dips und zum Verfeinern fertiger Speisen. Sesammus lässt sich für Hummus, Saucen und süße Zubereitungen verwenden. Beim Austausch eines sehr milden Tahins durch unser Mus aus ungeschälter Saat kann das Ergebnis kräftiger und herber schmecken.
Sesam ist auch nach dem Schälen oder Pressen als Allergen zu berücksichtigen. Zutaten- und Allergenangaben sowie die Lagerhinweise findest du beim jeweiligen Produkt.
Nein. Es gibt auch naturbelassene helle Saat mit Samenschale. Unsere weiße Bio-Sesamsaat wird ungeschält angeboten.
Nein. Die schwarze Farbe ist ein Merkmal der Samenschale. Eine Röstung ist ein zusätzlicher Verarbeitungsschritt.
Nein. Unter anderem die Saat und ihre Vorbehandlung prägen den Geschmack. Unser Öl aus ungerösteter Saat besitzt ein milderes Profil als typische Öle aus geröstetem Sesam.
Stand: Oktober 2026. Botanische Angaben und Anbaugebiete beruhen auf den genannten Fachquellen; Angaben zu Pottmühle-Produkten auf den aktuellen Produktbeschreibungen. KI-generierte Illustrationen zeigen typische Merkmale schematisch.
Regional. Bio. Persönlich.
Hier erfährst du, was uns besonders macht – und warum unsere Produkte mehr sind als nur Bio.